Schnellender Finger: Behandlung in Wien
Beim schnellenden Finger, medizinisch Tendovaginitis stenosans, bleibt eine Beugesehne an einer Engstelle in ihrer Sehnenscheide hängen. Der Finger lässt sich dann nur ruckartig strecken, oft mit einem spürbaren Schnappen, in ausgeprägten Fällen gar nicht mehr. Anfangs helfen Schonung und eine Schiene. Bleiben die Beschwerden, wird das Ringband in einem kurzen Eingriff gespalten: rund zehn Minuten in örtlicher Betäubung, danach gehen Sie nach Hause. Die Kosten werden von der Krankenkasse übernommen.
Wie es dazu kommt
Bei dem Beschwerdebild des schnellenden Fingers, auch Schnappfinger, springender Finger („Digitus saltans“) oder in der Fachsprache als Tendovaginitis stenosans, ist das Ausstrecken eines Fingers nicht mehr ohne weiteres möglich. Jeder der fünf Finger kann von diesem Krankheitsbild betroffen sein. Dabei sind verschiedene Ausprägungsgrade möglich.
Zu Beginn der Beschwerden äußern sich diese in einem schnappenden Gefühl oder ruckartiger Bewegung beim Ausstrecken des betroffenen Fingers. Bei weiterer Verschlechterung ist ein Überwinden des Streckwiderstandes oft auch ohne Zuhilfenahme der anderen Hand nicht mehr möglich.
Ursächlich dafür ist eine Verdickung der Beugesehne oder eine Engstelle im Bereich des jeweiligen Ringbandes. Somit kann die betroffene Sehne nicht mehr problemlos durch die Ringbänder gleiten. Diese dienen dazu, die Beugesehnen so umzuleiten, dass eine kräftige Beugung der Finger möglich ist.
Jeder der fünf Finger kann betroffen sein, am häufigsten Daumen, Mittel- und Ringfinger. Typisch ist, dass die Beschwerden morgens am stärksten sind und im Lauf des Tages nachlassen.
Behandlung
Bei der Behandlung eines schnellenden Fingers gibt es verschiedene Therapieansätze.
Ohne Operation
Zu Beginn der Beschwerden kann eine spezielle Schiene, welche den Finger in der Nacht ruhig stellt, eine deutliche Besserung erzielen.
Von einer Kortison-Infiltration in die Sehnenscheide sehe ich ab. Die Wirkung hält häufig nur vorübergehend an, und das Mittel wird genau dort eingebracht, wo die Sehne ohnehin schon belastet ist. Wenn Schonung und Schiene nicht ausreichen, halte ich die Ringbandspaltung für den ehrlicheren Weg: ein kurzer Eingriff, der die Ursache beseitigt, statt sie zu vertagen.
Ringbandspaltung
Die Therapie der Wahl im fortgeschrittenen Stadium ist die operative Spaltung des jeweiligen Ringbandes über einen etwa 1-2cm langen Schnitt in der Handfläche. Damit hat die Sehne wieder Platz.
Der Eingriff hat eine sehr hohe Erfolgsrate; das Schnappen ist in aller Regel unmittelbar danach beendet. Noch während der Operation bitte ich Sie, den Finger zu beugen und zu strecken, so lässt sich sofort prüfen, ob er wieder frei läuft.
Wie bei jedem Eingriff sind Komplikationen möglich, am häufigsten eine vorübergehende Steifigkeit, Schwellung oder Druckempfindlichkeit der Narbe. Sie treten selten auf.
Der Eingriff dauert etwa zehn Minuten und erfolgt in örtlicher Betäubung. Sie können den Finger unmittelbar danach wieder bewegen; das ist gewollt und hilft, dass die Sehne frei gleitet.
Kosten und Krankenkasse
Die operative Behandlung wird immer von der Krankenkasse übernommen. Untersuchung und Beratung in meiner Ordination rechne ich als Wahlarzt ab; die Beträge finden Sie auf der Seite Kosten.
- Örtliche Betäubung, ggf. Dämmerschlaf
- Operationsdauer: etwa 10 Minuten
- Spitalsaufenthalt: 2 Stunden
- Krankenstand: etwa 2-3 Tage
- körperliche Schonung: etwa 2 Wochen
Vor dem Eingriff
Wurde der Eingriff mit Dämmerschlaf vereinbart, so kommen Sie bitte nüchtern zum Operationstermin.
Nach dem Eingriff
Anstrengende Tätigkeiten mit der Hand sollten in den ersten beiden Wochen vermieden werden.
Ein Pflaster schützt in dieser Zeit das Operationsgebiet.
Risiken/Komplikationen
Wie bei jedem operativen Eingriff besteht auch hier die Möglichkeit einer Wundheilungsstörung, Infektion oder auch Nachblutung. Allerdings treten diese Komplikationen nur extrem selten auf.
Häufige Fragen zum schnellenden Finger
Warum schnappt der Finger, und warum morgens am stärksten?
Die Sehne bleibt an einer Engstelle hängen und rutscht dann ruckartig durch. Über Nacht schwillt das Gewebe leicht an, deshalb sind die Beschwerden morgens am ausgeprägtesten und bessern sich im Lauf des Tages.
Geht das von allein weg?
In frühen Stadien kann sich der Zustand mit Schonung und einer Schiene bessern. Ist die Engstelle ausgeprägt und lässt sich der Finger nicht mehr aktiv strecken, hilft in der Regel nur die Spaltung des Ringbands.
Hilft eine Kortison-Spritze?
Ich behandle den schnellenden Finger nicht mit Kortison. Die Wirkung hält häufig nur vorübergehend an, und eingebracht wird das Mittel genau dort, wo die Sehne ohnehin schon belastet ist. Reichen Schonung und Schiene nicht aus, ist die Ringbandspaltung aus meiner Sicht der bessere Weg.
Wie läuft die Operation ab?
Über einen etwa ein bis zwei Zentimeter langen Schnitt in der Handfläche wird das Ringband längs gespalten. Noch während des Eingriffs bitte ich Sie, den Finger zu beugen und zu strecken, so lässt sich sofort prüfen, ob er wieder frei läuft. Der Eingriff dauert rund zehn Minuten.
Tut das weh?
Der Eingriff erfolgt in örtlicher Betäubung, auf Wunsch zusätzlich im Dämmerschlaf. Schmerzen sind dabei nicht zu erwarten.
Wie lange falle ich aus?
Der Krankenstand beträgt meist zwei bis drei Tage. Alltagstätigkeiten sind nach wenigen Tagen wieder möglich, schwere Arbeiten nach zwei bis drei Wochen.
Darf ich den Finger danach gleich bewegen?
Ja, und das ist ausdrücklich erwünscht. Frühes Bewegen verhindert, dass die Sehne verklebt.
Kann es wiederkommen?
Nach vollständiger Spaltung des Ringbands ist ein Rückfall an demselben Finger selten. Es kann allerdings ein anderer Finger betroffen sein.
Übernimmt die Krankenkasse die Kosten?
Ja, die Ringbandspaltung wird immer von der Krankenkasse übernommen. Untersuchung und Beratung in meiner Ordination rechne ich als Wahlarzt ab.
Quelle: Elahi MA, Pollock JR, Moore ML et al. Tendon Sheath Incision for Surgical Treatment of Trigger Finger. JBJS Essent Surg Tech. 2023;13(1). doi:10.2106/JBJS.ST.21.00041