Ganglion am Handgelenk: Behandlung in Wien
Ein Ganglion, umgangssprachlich Überbein, ist eine gutartige, mit Gelenkflüssigkeit gefüllte Aussackung. Am häufigsten sitzt es am Handgelenk. Viele Ganglien verschwinden von selbst und müssen gar nicht behandelt werden. Stört das Ganglion dauerhaft, schmerzt es oder schränkt es die Beweglichkeit ein, lässt es sich in einem kurzen Eingriff entfernen. Die Operation dauert 15 bis 45 Minuten in örtlicher Betäubung, Sie gehen am selben Tag nach Hause, und die Kosten werden von der Krankenkasse übernommen.
Was ein Ganglion ist
Ein Ganglion – umgangssprachlich Überbein – ist eine gutartige, mit Gelenkflüssigkeit gefüllte Aussackung, die meist von einer Gelenkkapsel oder Sehnenscheide ausgeht. Am häufigsten tritt es am Handgelenk auf, seltener an den Fingern. Typisch ist eine prall-elastische Schwellung, die an Größe zu- und abnehmen kann. Viele Ganglien verursachen keine Beschwerden – je nach Lage können aber Schmerzen bei Belastung oder ein Druckgefühl auf umliegende Nerven auftreten.
Behandlung
Nicht jedes Ganglion muss behandelt werden. Verursacht es keine Beschwerden, kann zunächst beobachtet werden – ein Teil der Ganglien bildet sich von selbst zurück. Bei Schmerzen oder störender Größe bespreche ich mit Ihnen die weiteren Möglichkeiten: von der Punktion, bei der die Flüssigkeit mit einer feinen Nadel abgesaugt wird, bis zur operativen Entfernung. Nach einer Punktion kommt das Ganglion allerdings häufig wieder.
Abwarten ist eine Behandlung
Bei einem beschwerdefreien Ganglion ist Zuwarten ein sinnvoller Weg. Ein beachtlicher Teil der Ganglien bildet sich im Lauf der Zeit von selbst zurück, das ist in Langzeituntersuchungen gut belegt.
Ob sich ein Eingriff lohnt, hängt deshalb an Ihren Beschwerden, nicht an der bloßen Existenz des Ganglions. Stört es Sie nicht, spricht wenig dafür. Schmerzt es, behindert es die Bewegung oder drückt es auf einen Nerv, ist die Entfernung der verlässlichere Weg, mit dem Wissen, dass ein Rückfall möglich bleibt.
Punktion in der Ordination
Bei einer Punktion wird die Flüssigkeit mit einer feinen Nadel abgesaugt. Das mache ich direkt in der Ordination, ohne zusätzliche Kosten und ohne Operationstermin, oft schon beim ersten Besuch.
Die Aussackung selbst bleibt dabei allerdings bestehen. Deshalb füllt sich ein Ganglion nach einer Punktion häufiger wieder als nach einer vollständigen Entfernung. Für viele ist die Punktion trotzdem der richtige erste Schritt: Sie ist schnell, sie tut wenig weh, und sie zeigt, ob die Beschwerden tatsächlich vom Ganglion kommen.
Operative Entfernung
Bei der Operation wird das Ganglion samt seinem Stiel freigelegt und vollständig entfernt. Der Eingriff erfolgt in örtlicher Betäubung, auf Wunsch im Dämmerschlaf, und dauert etwa 15 bis 45 Minuten. Das entfernte Gewebe wird anschließend feingeweblich untersucht – so ist die Diagnose gesichert.
Kosten und Krankenkasse
Die operative Entfernung eines Ganglions im Spital wird immer von der Krankenkasse übernommen. Die Punktion in der Ordination kostet Sie nichts zusätzlich. Untersuchung und Beratung rechne ich als Wahlarzt ab; die Beträge finden Sie auf der Seite Kosten.
- Lokalanästhesie, ggf. Dämmerschlaf
- Operationsdauer: etwa 15-45 Minuten
- Spitalsaufenthalt: 2-3 Stunden
- Krankenstand: etwa 2-3 Tage
- körperliche Schonung: etwa 4-6 Wochen
Vor dem Eingriff
Kommen Sie bitte nüchtern zum Operationstermin, sollte der Eingriff im Dämmerschlaf stattfinden.
Nach dem Eingriff
Anstrengende Tätigkeiten mit der Hand sowie selbst Autofahren sollten in den ersten beiden Wochen vermieden werden.
Ein Verband schützt in dieser Zeit das Operationsgebiet.
Risiken/Komplikationen
Wie bei jedem operativen Eingriff besteht auch hier die Möglichkeit einer Wundheilungsstörung, Infektion oder auch Nachblutung. Allerdings treten diese Komplikationen nur sehr selten auf.
Leider besteht bei einem Ganglion eine hohe Rezidivquote. Das heißt, dass die Beschwerden, auch nach erfolgreichem Eingriff, wieder kommen können.
Häufige Fragen zum Ganglion
Ist ein Ganglion gefährlich?
Nein. Ein Ganglion ist gutartig und entartet nicht. Es kann aber Beschwerden machen, wenn es auf einen Nerv drückt oder die Beweglichkeit einschränkt.
Muss ein Ganglion immer entfernt werden?
Nein. Macht es keine Beschwerden, ist Zuwarten sinnvoll: Ein großer Teil der Ganglien verschwindet von selbst wieder.
Stimmt es, dass man ein Ganglion zerdrücken kann?
Von diesem alten Hausmittel, früher „Bibelschlag“ genannt, ist abzuraten. Die Aussackung platzt dabei zwar, der Stiel bleibt aber bestehen, das Ganglion füllt sich meist wieder, und dabei kann umliegendes Gewebe verletzt werden.
Wie unterscheidet sich Punktion von Operation?
Bei der Punktion wird nur die Flüssigkeit abgesaugt, die Aussackung bleibt. Bei der Operation wird sie mitsamt Stiel entfernt. Deshalb kehrt das Ganglion nach einer Punktion häufiger zurück. Punktieren kann ich direkt in der Ordination, ohne zusätzliche Kosten; für die Entfernung brauchen wir einen Operationstermin.
Wie lange falle ich aus?
Der Krankenstand beträgt meist zwei bis drei Tage. Die Hand sollte vier bis sechs Wochen geschont werden, anstrengende Tätigkeiten und Autofahren in den ersten beiden Wochen vermieden.
Kann das Ganglion wiederkommen?
Ja. Auch nach einer sorgfältig durchgeführten Operation kehrt es bei einem Teil der Betroffenen zurück. Das ist der Grund, warum eine Operation nur bei tatsächlichen Beschwerden sinnvoll ist.
Übernimmt die Krankenkasse die Kosten?
Die operative Entfernung im Spital wird immer von der Krankenkasse übernommen. Für eine Punktion in der Ordination entstehen Ihnen keine zusätzlichen Kosten.
Quelle: Dias JJ, Dhukaram V, Kumar P. The natural history of untreated dorsal wrist ganglia and patient reported outcome 6 years after intervention. J Hand Surg Eur Vol. 2007;32(5):502–508. doi:10.1016/J.JHSE.2007.05.007