Sulcus-nervi-ulnaris-Syndrom in Wien

Beim Sulcus-nervi-ulnaris-Syndrom, auch Kubitaltunnelsyndrom genannt, ist der Ellennerv am Ellbogen eingeengt. Typisch sind ein eingeschlafener kleiner Finger und Ringfinger, oft zuerst nachts, später auch nachlassende Kraft beim Greifen. Halten die Beschwerden an, wird der Nerv in einem kurzen Eingriff von den einengenden Strukturen befreit. Die Operation dauert etwa 30 bis 45 Minuten, Sie bleiben eine Nacht im Spital, und die Kosten werden von der Krankenkasse übernommen.

Verlauf des Ellennervs am Ellbogen beim Sulcus-nervi-ulnaris-Syndrom

Beschwerden und Ursache

Das Sulcus Nervi Ulnaris Syndrom beschreibt eine Erkrankung, bei der Gefühlsstörungen im Bereich des Ringfingers und kleinen Fingers im Vordergrund stehen. In fortgeschrittenem Stadium können auch Schmerzen und Bewegungseinschränkungen auftreten.

Oft beginnen die Beschwerden in der Nacht. Betroffene PatientInnen berichten davon, nachts aufgrund von Schmerzen, Taubheitsgefühlen oder „Ameisenlaufen“ aufzuwachen.

Ursächlich dabei ist eine Einengung des Nervus ulnaris im Bereich des Ellbogens, dem sogenannten Sulcus Ulnaris. Das ist die Stelle, an der viele den Nerv vom „Musikantenknochen“ kennen: Dort liegt er nur von Haut bedeckt direkt auf dem Knochen und ist entsprechend empfindlich.

Welche Finger betroffen sind, sagt viel über die Ursache. Schlafen kleiner Finger und Ringfinger ein, liegt die Einengung meist am Ellbogen. Sind Daumen, Zeige- und Mittelfinger betroffen, spricht das eher für ein Karpaltunnelsyndrom am Handgelenk.

Eine Untersuchung der Nervenleitgeschwindigkeit oder Ultraschalluntersuchungen helfen dabei das Ausmaß der Beeinträchtigung des Nervs zu bestimmen.

Weitere Informationen finden Sie hier:

Behandlung

Zur Therapie des Sulcus Nervi ulnaris stehen uns verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung. Welche Methode davon am besten für die jeweilig individuelle Person und Situation geeignet ist, wird in einem ausführlichen Beratungsgespräch evaluiert.

Was Sie selbst tun können

Bei beginnenden Beschwerden lässt sich einiges ohne Operation erreichen. Entscheidend ist, den Ellbogen zu entlasten: nachts möglichst gestreckt lagern statt dauerhaft gebeugt, tagsüber langes Aufstützen auf dem Ellbogen vermeiden, bei Schreibtischarbeit die Auflagefläche polstern. Eine weiche Lagerungsschiene für die Nacht kann dabei helfen.

Wie gut das wirkt, hängt davon ab, wie lange der Nerv schon eingeengt ist. Bessern sich die Beschwerden nach einigen Wochen nicht oder nehmen sie zu, ist die Operation der verlässlichere Weg.

Operation: den Nerv entlasten

Bei dem operativen Eingriff ist das Ziel die Engstelle zu beseitigen, die den Nervus ulnaris einschränkt. Dazu erfolgt ein wenige Zentimeter langer Schnitt im Bereich des Ellbogens und der Nerv wird von einengenden Strukturen befreit.
Unter bestimmten Umständen kann es notwendig sein, den Nerv leicht in seiner Position zu verlagern, etwa wenn er bei Beugung aus seiner Rinne springt.

Warum die Reihenfolge so ist, zeigt die Studienlage gut. In einer Auswertung von 13 Studien mit 1.009 Betroffenen führten beide Verfahren zum gleichen Ergebnis, nach der Verlagerung traten aber deutlich häufiger Komplikationen auf. Eine spätere Auswertung von 17 Studien mit 2.154 Eingriffen kam zum selben Schluss: gleiches Ergebnis, gleiche Zahl an Zweiteingriffen, mehr Komplikationen bei der Verlagerung. Deshalb wird der Nerv nur dann verlagert, wenn es einen Grund dafür gibt.

Kosten und Krankenkasse

Die operative Behandlung des Sulcus-nervi-ulnaris-Syndroms im Spital wird immer von der Krankenkasse übernommen. Untersuchung und Beratung in meiner Ordination rechne ich als Wahlarzt ab; die Beträge dazu finden Sie auf der Seite Kosten.

Verlauf des Ellennervs am Ellbogen beim Sulcus-nervi-ulnaris-Syndrom

Kommen Sie bitte nüchtern zum Operationstermin.

Wenn Sie blutverdünnende Medikamente nehmen, besprechen wir rechtzeitig, ob und wann Sie sie pausieren.

Anstrengende Tätigkeiten mit der Hand so wie selbst Autofahren sollten in den ersten beiden Wochen vermieden werden.

Ein Verband schützt in dieser Zeit das Operationsgebiet.

Zur Wundkontrolle und zum Fädenziehen sehen wir uns in der Ordination wieder.

Wie bei jedem operativen Eingriff besteht auch hier die Möglichkeit einer Wundheilungsstörung, Infektion oder auch Nachblutung. Am Ellbogen kommt hinzu, dass kleine Hautnerven im Operationsgebiet verlaufen; wird einer verletzt, kann ein Bereich der Haut taub bleiben.

Grundsätzlich kann man sagen, dass die Regeneration des Nerven umso besser ist, je eher die Einengung behoben wird. Dies spielt bei dem N. ulnaris eine besonders starke Rolle.

Obwohl sich die Beschwerden in den vielen Fällen deutlich bessern, kann keine Garantie dafür gegeben werden.

Häufige Fragen zum Sulcus-nervi-ulnaris-Syndrom

Kleiner Finger und Ringfinger schlafen ein oder kribbeln, oft zuerst nachts. Später fällt feines Zugreifen schwerer, etwa das Aufheben einer Münze oder das Zuknöpfen eines Hemds. Bleibt der Nerv lange eingeengt, kann die Muskulatur zwischen Daumen und Zeigefinger sichtbar abnehmen.

Beim Karpaltunnelsyndrom ist der Mittelnerv am Handgelenk eingeengt, betroffen sind Daumen, Zeige-, Mittel- und Ringfinger. Beim Sulcus-nervi-ulnaris-Syndrom ist es der Ellennerv am Ellbogen, betroffen sind Klein- und Ringfinger. Welche Finger einschlafen, ist deshalb der erste Hinweis auf die Stelle.

Bei beginnenden Beschwerden ist es sinnvoll, den Ellbogen zunächst zu entlasten und die Lagerung in der Nacht zu ändern. Halten die Beschwerden an oder zeigt die Messung der Nervenleitgeschwindigkeit eine deutliche Einengung, sollte nicht zu lange zugewartet werden.

Über einen wenige Zentimeter langen Schnitt am Ellbogen wird der Nerv von den einengenden Strukturen befreit. Der Eingriff dauert etwa 30 bis 45 Minuten und erfolgt in Vollnarkose oder in Plexus-Anästhesie, bei der nur der Arm betäubt wird. Sie bleiben eine Nacht im Spital.

Nur wenn es einen Grund dafür gibt, etwa wenn der Nerv bei gebeugtem Ellbogen aus seiner Rinne springt. Die Studienlage zeigt, dass beide Verfahren gleich gut wirken, die Verlagerung aber häufiger Komplikationen mit sich bringt. Deshalb bleibt der Nerv im Regelfall an seinem Platz.

Rechnen Sie mit etwa einer Woche Krankenstand. Die Hand sollte zwei Wochen geschont werden, in dieser Zeit auch kein Autofahren. Körperlich fordernde Arbeit ist nach drei bis vier Wochen wieder möglich.

Nächtliche Beschwerden lassen meist rasch nach. Bis sich das Gefühl erholt, dauert es länger, weil der Nerv langsam nachwächst. Je früher die Einengung behoben wird, desto vollständiger erholt er sich.

Ein leichtes Syndrom kann über längere Zeit unverändert bleiben. Bleibt der Nerv dauerhaft eingeengt, können Gefühlsstörungen bestehen bleiben und die Handmuskulatur abnehmen. Diese Schäden bilden sich auch nach einer späteren Operation nicht immer vollständig zurück.

Die Operation im Spital wird immer von der Krankenkasse übernommen. Untersuchung und Beratung in meiner Ordination rechne ich als Wahlarzt ab.

Quellen: Chen HW, Ou S, Liu GD et al. Clinical efficacy of simple decompression versus anterior transposition of the ulnar nerve for the treatment of cubital tunnel syndrome: A meta-analysis. Clin Neurol Neurosurg. 2014;126:150–155. doi:10.1016/j.clineuro.2014.08.005 · Said J, Van Nest D, Foltz C, Ilyas AM. Ulnar Nerve In Situ Decompression versus Transposition for Idiopathic Cubital Tunnel Syndrome: An Updated Meta-Analysis. J Hand Microsurg. 2018;11(1):18–27. doi:10.1055/s-0038-1670928